Geschichte

Der Segel- und Yachtclub Wollishofen wurde 1948 gegründet. Auf Initiative einiger eingefleischter Wassersportler fanden sich am 7. Januar im Kursaal Zürich 12 gleichgesinnte Interessenten zur Gründung eines Segelclubs zusammen.

Zweck und Ziel soll nebst guter Kameradschaft, die Schaffung geeigneter Winterlager für die Boote; gemeinsames transportieren der Boote vom See ins Winterlager und Anschaffung eines geeigneten Transportwagens sein. Daneben sollen während der Segelsaison gemeinsame Fahrten und freie Regatten der Pflege der Kameradschaft dienen. Ein fünfköpfiger Vorstand wurde gewählt, darunter ein Vertreter der Nicht-Bootsbesitzer. Der monatliche Beitrag wurde auf Fr. 3,-- festgesetzt und die Eintrittsgebühr auf Fr. 10,-- die einem separaten „Transportwagen-Fond“ zugeführt werden musste. Der Vorstand trat am 13. Januar zusammen und erarbeitete an Hand von zwei Krankenkassenunterlagen die Statuten. Die erste Generalversammlung fand am 23. Januar im Restaurant Alfred-Escherhof statt. Es nahmen alle 12 Gründungsmitglieder teil. Aus vier Vorschlägen fand der Name „Pirat“ für den Club die Mehrheit, in Anlehnung an die wieder gefundene Freiheit nach dem Krieg. Im Protokoll steht: „Möge das Piraten-Abzeichen auf den Weiten unseres schönen Sees zu einem Begriff werden.“  Im Juni konnte schon mit Frau Bockhorn ein Vertag abgeschlossen werden zum Einlagern von Booten in der Scheune Abisriederstrasse 415. Die Miete betrug monatlich Fr. 60,-- Gemietet wurde jeweils vom 1. November bis Ende März. Am 4. Juli wurde die erste Regatta gestatet, Hafendamm Enge – Mönchof und zurück. Teilnehmerzahl: 11 Boote. Für die Herbstregatta wurde erstmals ein Startgeld von Fr. 5,-- eingezogen.  Am 29. Januar 1949 fand die zweite Generalversammlung mit 16 Beteiligten von 18 Aktivmitgliedern in Clublokal Alfred Escherhof statt. Das Fehlen eines Jahresprogramms wurde gerügt und sofort nachgeholt. Der erste öffentliche Unterhaltungsabend am 12. März im Cafe Stauffacher  war gut gelungen, gerügt wurde nur der schwache finanzielle Erfolg von Fr. 50,--. Auch ein Transportrolli konnte angeschafft werden. Die Wagnerei Hug verlangte 800 Franken, zahlbar in drei Raten: Die ersten 200 Franken bei Vertragsabschluss,  die Zweiten bei Ablieferung und die restlichen 400 Franken ein Jahr nach der Ablieferung.  An der Generalversammlung vom 14. Januar 1950 wurde erstmals die Teilnahme der Frauen der Aktivmitglieder lebhaft diskutiert und beschlossen, dass die „Nichtmitglieder“ erst nach der GV ab 22.00 Uhr anwesen sein dürfen.  Wiederum im Alfred-Escherhof fand am 20. Januar 1951 die Generalversammlung statt. Es wurde bis Mitternacht über ein neuer Clubnamen diskutiert. Der „Pirat“ wurde auf dem See von vielen Seglern ins Lächerliche gezogen. Dass der Monatsbetrag auf Fr. 2.50 gesenkt  wurde ging im allgemeinen Trubel fast unter. An der Monatversammlung  vom 29. März in neuen Clublokal Bahnhof Enge fand der neue Clubnamen „Neuer Segelclub Zürich“ eine Mehrheit. Weiter wichtige Neuheiten waren, dass die Frau eines jeden Aktivmitglied Freimitglied wurde und die Aufnahme neuer Mitglieder durch die Mitgliederversammlung zu erfolgen hatte, nicht wie bisher vom Vorstand. Schon an der Versammlung vom 12 Juli gab es wieder Verdruss mit dem neuen Clubnamen. Der Zürcher Segelclub befürchtet Verwechslungen. Nach einem ersten Drohschreiben, verlangte ein Anwalt die sofortige Namensänderung, die notfalls mit  einem Prozess durchgesetzt würde. Nach langem hin und her konnte eine Einigung erzielt werden und an der Versammlung vom 27. September wurde, wie es Protokoll heisst „in Anbetracht dass wir auch einige Motorboote im Club haben“, der Name in „Segel- und Motorbootclub“ geändert.  Am 24. September 1952 konnte mit der Stadt ein Mietvertrag abgeschlossen werden für die Liegenschaft in Albisrieden (Immer noch unser jetziges Winterlager). Zeitweise waren bis zu 23 Boote eingelagert, die jedoch wesentlich kleiner waren als heute. Der Club war Pleite: Ostcheck Fr. 410,--, Bargeld Fr. 100,--, Ausstehende Winterlagermieten Fr. 210,--  1953: Der Mitgliederbeitrag sollte auf Fr. 3.--  pro Monat angehoben werden, wurde aber abgelehnt, konnte aber später an einer ausserordentlichen Generalversammlung doch noch erhoben werde. Der Präsident versuchte aus dem Floss 5 im Hafen Enge einen Clubsteg zu machen Die Seepolizei unterstützte das Vorhaben, die Anbindeplätze waren verteilt, die Mitglieder warten jedoch nicht bereit ihre angestammten Plätze aufzugeben. Am 6. Juni fand die erste Nachregatta statt.  Der Vorstand wurde 1954 zum X-ten Mal gewechselt. Sonst keine besonderen Vorkommnisse. An der Generalversammlung 1955 waren 15 Mitglieder anwesend, 12 davon wurden in den Vorstand oder eine Kommission gewählt, Der „Bunker“, unser Clublokal, bis zur Sprengung 1959 war kein grosses Thema, ausser an der Generalversammlung von 1956, wegen des zu grossen Rhumkonsums ohne zu bezahlen. Als Hilfe zum „Ungarnaufstand“ wurden 19 Pakete von 10 bis 15 Kilogramm dem Roten Kreuz übergeben. Von den geplanten sportlichen Veranstaltungen konnten deren sechs wegen schlechten Wetter nicht durchgeführt werden. Eine schlechte Nachricht traf Ende Jahr ein. Die Liegenschaftenverwaltung drohte mit einer Rechnung von 530 bis 900 Franken für elektrischen Strom. Die Lösung war bald gefunden, das ganze Scheunengebäude samt Umschwung wurde nur von einem Zähler registriert. Unter uns war ein Seifensieder eingemietet und der kochte auf unsere Kosten seine Schmierseife. 1960 an der Generalversammlung vom 28. Januar wurde beschlossen den Mitgliederbeitrag auf Fr. 2,50 monatlich zubelassen. Der Beitrag wurde an den Monatsversammlungen vom Kassier eigezogen, der für jeden bezahlten Monat auf der Mitgliederkarte einen Stempel machte. Der neue Sturmwarndienst der Seepolizei gab recht viel Gesprächsstoff. Die gelben Flaggen, die bei Gefahr aufgehängt wurden, hatten ihren Dienst getan. Eine Einsprache an das Stadthalteramt wollte die Anlegestelle beim Seerestaurant für die Limmatschifffahrt verbieten. Nach dem Bau des Hafen Wollishofen verlegten einige Mitglieder ihr Boot. Die ständig neuen Vorschriften für Motoren und Motorboote brachte unseren Club mit dem im Namen vorhandenen Motorboot unfreundlich Blicke und Bemerkungen ein. Die Clubs am See wollten nichts mehr mit uns tun haben und so drängte sich der vierte Namenswechsel auf. Da doch relativ viele Mitglieder ihr Boot in Wollishofen haben wurde der Club nach einigen Diskussionen in Segel- und Yachtclub Wollishofen umgetauft. 1990 hatte der Segelclub 45 Aktivmitglieder und 6 Passivmitglieder.